„Das höchste Recht ist das höchste Unrecht!“ (”summum ius, summa iniuria…”)
- soll Cicero, der römische Philosoph, Anwalt und Politiker schon vor 2000 Jahren über den Widerspruch von Recht und Gerechtigkeit gesagt haben. Heute haben wir gegen eine wahre Rechtsflut zu kämpfen, und die Kritik am modernen Rechtsperfektionismus wird immer lauter: Je mehr sich das Recht bemüht, alle nur denkbaren Lebenssachverhalte zu regeln, umso mehr Ungerechtigkeit wird im Einzelfall beklagt. Die Devise “noch mehr Recht!” scheint da keinen Ausweg mehr zu bieten.
Mediation statt Recht?
Als eine “Alternative zum Recht” wird heute die Mediation empfohlen. Mediation ist jedoch keine “Alternative” zum Recht, denn sie ersetzt das Recht nicht, noch kann sie seine Mängel ausgleichen. Sie ist vielmehr ein eigenständiges Verfahren neben dem Recht, das auf ganz anderen Grundsätzen beruht. Recht und Mediation leben von ihrer Wesensverschiedenheit, die bisweilen zu Spannungen führt. Doch nun scheint die Zeit reif, die starre Trennung aufzuheben und Gedanken der Mediation wie “Eigenverantwortung und Kooperation” mit in das Rechtsverfahren einzubeziehen.
Vor diesem Hintergrund sind meine Konzepte des „kooperativen Mandats“ und der „Anwaltsmediation“ entstanden. Sie wollen Gedanken und Methoden der Mediation zum Bestandteil der Anwaltsarbeit machen, so dass faires Verhandeln und Kooperation auch die Grundlage des Anwaltsauftrags bilden. Verbunden damit ist die Hoffnung, dass sich hieraus allmählich ein anderer, menschlicherer Umgang mit dem Recht entwickelt. Mediative Strategien sind darum die Basis meiner Überzeugung und meines persönlichen Stils als Anwalt.