20. Juni 2008

Mediation im Tigerstaat

Über die Implementierung der Mediation in Lettland

“Lettland ist klein, werden Sie denken, und deshalb nicht besonders interessant. Halten Sie es trotzdem für möglich, dass dieses kleine Land die Chance auf eine Vorreiterrolle für die Mediation in Europa hat?”

Arthur Trossen in “Zeitschrift für Konflikt-Management - ZKM” Heft 3/2008, vgl. www.centrale-fuer-mediation.de

Riga Kirchturm hoch
Ich habe den Familienrichter Arthur Trossen, der zwischen 2006 - 2007 ein sog. “Twinning Projekt” in Lettland leitete, in mehreren Ausbildungsseminaren für Mediation begleitet. Hintergrund des “Twinning-Projekts” ist eine Initiative der Europäischen Union, die den Beitrittsstaaten im Rahmen der EU-Erweiterung helfen soll, europäische Standards in der staatlichen Verwaltung zu erreichen.Riga Domplatz

In Gruppen von bis zu 50 Teilnehmern wurden in mehreren Stufen Mediatoren bis zur Abschlussprüfung ausgebildet. Die Verständigung erfolgte über Simultandolmetscher und eine angeschlossene Funk-Mikrofon-/Kopfhöreranlage.

Gruppe, innen

Trotz dieser “technischen Krücken” kam eine sehr direkte und lebendige Kommunikation zustande. Das Verständnis und die Aufnahme der Mediation waren außergewöhnlich gut. Als längerfristiges Ergebnis ist nicht nur eine Entlastung der Justiz zu erwarten sondern auch ein wirksamer Beitrag zur weiteren Demokratisierung des Landes.